18. Niederrhein-Renntag
Sport und Show überzeugen
Donnerstag, 24.09.2026
Gut besuchter Niederrhein-Renntag in Bedburg-Hau – Kaporal du Houssel nutzt die Gelegenheit im Ben Schifmann-Memorial – Ronja Walter holt sich die Niederrheinische Monté-Meisterschaft – Maja Thamm unterliegt nach totem Rennen im letzten Lauf hauchdünn – Drei Siege bei drei Starts für Victor Gentz – Show-Einlagen begeistern
Der Heisterfeldshof öffnete seine Tore am vergangenen Sonntag zum 18. Mal für den »Niederrhein-Renntag«. Organisator Uwe Zevens und seine Mitstreiter hatten zum zwanzigjährigen Jubiläum des Rennvereins einmal mehr ein abwechslungsreiches Programm rund um die fünf Trabrennen des Nachmittags auf die Beine gestellt und durften sich bei angenehmen äußeren Bedingungen über guten Besuch freuen. Insbesondere die Einwohner von Bedburg-Hau und aus der Umgebung nutzten die traditionelle Familienveranstaltung für einen Ausflug und kamen so vielleicht erstmals oder auch einfach mal wieder mit dem Trabrennsport in Verbindung.

Form schlägt Klasse
Die besondere Aufmerksamkeit des Publikums verdiente dabei das ganz zum Schluss ausgetragene »Ben Schiffmann-Memorial«, das mit beachtlichen 10.000 Euro dotiert war und sich ausschließlich an französisch gezogene Traber (Trotteur Français) richtete. Nachdem Trainer Henk Grift seine Schützlinge King of Swing und Fleuron d’Acadie kurzfristig aus der Partie hatte streichen müssen, gingen hier noch sechs Pferde auf die lange Reise von 3.000 Metern, von denen der gleichfalls von dem Niederländer vorbereitete Floreal mit Bronzehelm Robbin Bot im Sulky erwartungsgemäß die Favoritenrolle zugeteilt bekam.
Eine doppelte Zulage von 50 Metern waren an diesem Tag jedoch zu viel für den bereits elfjährigen Fuchswallach, zumal er sich im dritten Bogen eine Galoppade leistete und dabei weitere 20 Meter auf seinen formstarken Herausforderer Kaporal du Houssel verlor. Der von der Grundmarke abgegangene neunfache Jahressieger wusste die Gelegenheit zu nutzen, übernahm nach gut der Hälfte der Marathon-Distanz selbstbewusst die Führungsposition und gewann letztendlich nach Belieben seines Trainers und Fahrers Victor Gentz. Der mit weit über 500.000 Euro Lebensgewinnsumme fast achtzehn Mal so reiche Floreal schaffte es mit seiner ganzen Klasse volle sechs Längen zurück immerhin noch auf den zweiten Rang vor dem aus Holland an den Niederrhein gereisten Good Haufor (Danny den Dubbelden).
»Totes Rennen« entscheidet Niederrheinische Monté-Meisterschaft
Beinahe zwei Stunden vor dem »Ben Schiffmann-Memorial« hatte Ronja Walter die »Niederrheinische Monté-Meisterschaft« für sich entschieden und damit eine Dinslakener Perlenkette aus der beeindruckenden Sammlung von Amateurfahrer-Legende Rita Drees ergattert. Die 84-jährige Rekord-Championesse überreichte Deutschlands erfolgreichster Trabreiterin das Schmuckstück höchstpersönlich, nachdem diese sich hauchdünn und vielleicht auch etwas glücklich gegen Maja Thamm durchgesetzt hatte. Die beiden Damen trennte am Ende nur ein halber Punkt.
Sowohl Walter als auch Thamm hatten in den zwei als Wiederholungsläufe über unterschiedliche Distanzen konzipierten Prüfungen zwei Siege, einen dritten und einen vierten Platz zu buche stehen, aber dennoch eine unterschiedliche Punktzahl. Grund dafür war, dass die junge Herausforderin den Platz ganz oben auf dem Treppchen im letzten Rennen der Meisterschaft mit der insgesamt drittplatzierten Carlin Swann teilen musste. Die Rennleitung hatte nach sehr engem Ausgang ohne Zielfoto keine andere Wahl als auf »totes Rennen« zwischen dem Schweden Intensity und Maja Thamms Partner Honey Bear zu entscheiden. Der wird übrigens trainiert von Victor Gentz, der für seinen Ausflug von Brandendurg in die alte Heimat demzufolge mit drei Siegen bei drei Starts belohnt wurde und dementsprechend ebenso eine hundertprozentige Ausbeute vorweisen kann wie der Stall Wieserhof, für den Ronja Walter mit Negresco zweimal nach ganz vorne ritt.

Show-Einlagen kommen gut an
Besonderen Stellenwert genossen neben den Trabrennen in diesem Jahr die Showeinlagen, die jeweils in den Pausen für Unterhaltung sorgten. »Neben dem wohl als obligatorisch zu bezeichnenden Minitraber-Rennen haben wir ein Dressur-Reiten, ein Spring-Reiten und erstmals auch ein Polo-Spiel ins Programm aufgenommen. Das ist bei allen Sponsoren, Zuschauern und den Aktiven selbst durchweg positiv angekommen«, zieht Rennvereins-Präsident diesbezüglich ein positives Resümee und macht Hoffnung auf einen »Niederrhein-Renntag« auch im nächsten Jahr. Davon profitieren würde sicher einmal mehr die Elterninitiative der Kinderkrebsklinik Düsseldorf, für die sich die von Zevens ins Leben gerufene Charity-Aktion For Children Living seit nunmehr zehn Jahren einsetzt und u.a. die Erlöse aus der Rennveranstaltung spendet.
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